Tongariro National Park und weitere Umgebung
24.05.2003: Neuseeland - Ticker
Der Fluss Waikato River ist mir zu einem treuen Weggefährten geworden. Diesmal verfolgte ich ihn stromaufwärts Richtung Lake Taupo. Doch bevor ich Neuseelands grössten See erreiche, gibt es noch einiges anderes zu sehen. Da sind zum Beispiel die “Craters of the Moon”, sie sehen wirklich ein wenig wie eine Mondlandschaft aus. Überall dampfen kleinere und grössere Krater vor sich hin, wie in einer riesigen Waschküche.
Umgebung von Taupo
Der Fluss Waikato River ist mir zu einem treuen Weggefährten geworden. Diesmal verfolgte ich ihn stromaufwärts Richtung Lake Taupo. Doch bevor ich Neuseelands grössten See erreiche, gibt es noch einiges anderes zu sehen. Da sind zum Beispiel die “Craters of the Moon”, sie sehen wirklich ein wenig wie eine Mondlandschaft aus. Überall dampfen kleinere und grössere Krater vor sich hin, wie in einer riesigen Waschküche.
Nur fünf Minuten von dort entfernt stürzt sich der Waikato River eine 10m hohe Abbruchkante hinunter. Dieser Wasserfall hat den Namen “Huka Falls”. Die gewaltige Wucht der sich ergießenden, rund 400 Tonnen Wasser pro Sekunde, sorgen für einen spektakulären Anblick. Es ist wirklich viel spannender, als sich “10m Fallhöhe” zunächst anhören mögen.
In der Sadt Taupo habe ich nicht gestoppt, zu gross war der Wunsch endlich den Tongariro National Park zu erreichen. Ich möchte Euch jedoch nicht vorenthalten, was meinem Reiseführer über die Entstehungsgeschichte von Neuseelands grösstem berichtet, denn es ist wirklich spannend:
Der geologische Säugling Lake Taupo erblickte erst vor rund 2.000 Jahren das Licht der Welt, als ein grosser Vulkan ausbrach und 24 Kubik-Kilometer (!) Felsen, Schutt und Asche in den Himmel spuckte - zehnmal so viel wie bei den Ausbrüchen von Krakatoa und Mt. St. Helens zusammen.
Ein Grossteil der Nordinsel wurde bei dem Vulkanausbruch mit einer dicken Bimssteinschicht bedeckt und die Asche wurde so hoch in die Atmosphäre geschleudert, dass sie um die ganze Erde getragen wurde. Die Historiker sind in der Lage, das Jahr der Eruption mit 186 n.Chr. genau zu bestimmen, da sich damals in China der Himmel verdunkelte und die Römer eine blutrote Färbung des Firmaments verzeichneten.
Bei der Entleerung der unterirdischen Magma-Kammer stürzte die Erde ein und schuf einen riesigen, steilwandigen Krater, der sich mit Wasser füllte und den heutigen Lake Taupo bildet.
Tongariro National Park
Was mich immer wieder am erstaunt und beeindruckt, ist die Überschaubarkeit und die handliche Grösse Neuseelands. Innerhalb weniger Kilometer kann sich die Landschaft dramatisch ändern. Der angenehmen Nebeneffekt: man verbringt nur wenig Zeit im Auto!
Am frühen Nachmittag, nach nur 130 km Fahrt, erreichte ich mit meiner Reisepartnerin Sayaka den Ort Turangi, der den nördlichen Zugang zum Nationalpark bildet. Nach den dampfenden Hot Pools von Rotorua, die eingebettet lagen in gemütlichen Hügelland, endete die Reise nun plötzlich zu Füssen von über 2.500m hohen Bergen. Es wird kalt und die Wolken hängen tief und ich verspüre das Bedürfnis mich an einem Kaminfeuer wärmen zu wollen.
Das gesamte Gelände des Parks wurde der neuseeländischen Nation 1887 von einem Maori Häuptling zum Geschenk gemacht. In weiser Voraussicht erkannte er, dass nur auf diese Weise die heiligen Plätze seines Volkes vor der Zerstörung des Weissen Mannes geschützt werden konnten. An das Geschenk war die Auflage geknüpft, dass das Gebiet weder besiedelt noch verschandelt werden darf. Seit 1990 zählt dieser Park nun zum Welterbe der UNESCO.
Das Areal setzt sich aus den verschiedensten Landschaften zusammen: halbtrockenen Ebenen, Kraterseen, ursprünglicher Regenwald und karge Ödnis. “Herr der Ringe” Fans müßten die Gipfel der Berge Ruapehu (2.797m), Tongariro (1.968m) und der perfekte Vulkankegel des 2.287m hohen Mt. Ngauruhoe bestens bekannt sein, “befinden” sie sich doch alle in “Saurons Reich”. Manch einer erinnert sich an das Jahr 1996, als der Mt. Ruapehu zuletzt eine Staub- und Aschewolke 12 km hoch in die Atmosphäre ausstiess. Verletzt wurde dabei jedoch keiner.
Zahlreiche Wanderwege laden zur Erkundung des Gebietes ein. Am bekanntesten ist die eintägige Tongariro Crossing und der drei- bis viertägige Tongariro Nothern Circuit, der zu Neuseelands Great Walks gehört.
Wir entschieden uns für die Tagestour, planten aber für den ersten Tag ein 5 Stündiges warm-up zu den beiden Tama Lakes ein, in einer Höhe von 1.600m. Leider machte uns das Wetter am darauffolgenden Tag einen Strich durch die Rechnung. Regen und heftige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90km/h wären zu gefährlich gewesen, um ignoriert zu werden. Zum Glück ist die “Extreme Backpackers Lodge” bestens geeignet, um ein paar graue Tage zu überstehen. Mit anderen “Leidensgenossen” verbrachten wir den Tag am Kaminfeuer, zogen uns Videos rein und plünderten die Essensvorräte…
