SkyJump - Ein Sprung aus 192m Höhe

SkyJump

16.04.2003: Breaking News

Wie heisst es so schön? Don’t dream it - do it! Von einem Sprung vom Sky Tower, aus 192 Metern Höhe hatte ich eigentlich vorher nicht geträumt, es kam mir eher spontan in den Sinn.

Seit Tagen durchstreife ich die Stadt, den unübersehbaren Sky Tower immer im Blick. Er ist mein Orientierungspunkt und zugleich einer der schönsten Fernsehtürme überhaupt! Eine richtige Bereicherung für die Skyline Aucklands, die sonst eher durchschnittlich ist.




Hallo Ihr Angsthasen,

wie heisst es so schön? Don’t dream it - do it! Eigentlich habe ich nicht davon geträumt, es kam mir ganz spontan in den Sinn… Schon seit Tagen treibe ich mich in und um die Stadt herum, den Sky Tower immer im Blick. Das ist sowieso einer der schönsten Fernsehtürme, die ich kenne und eine Bereicherung für die Skyline von Auckland. Also habe ich diese Skyline von mittlerweile sieben verschiedenen Standpunkten rund um die City fotografiert. Dabei habe ich immer wieder an die Skyjumper gedacht (siehe diesen Newsletter), die sich dort in die Tiefe stürzen. Heute habe ich das einfach selbst getan :-)

Es ist schon erstaunlich, manchmal arbeitet der Kopf schneller als der Verstand. Ich hatte gar nicht lange darüber nachgedacht und schon stand ich am Info-Desk und bekomme einen Anzug sowie einen Klettergurt in die Hand gedrückt. Jetzt erst spüre ich, wie mir flau im Magen wird und ich meine Situation überdenke. “Hast du dir das wirklich gut überlegt? Gewollt ist gewollt, jetzt bloss keinen Rückzieher machen”, denke ich. Oben auf der Absprungplattform in knapp 200m Höhe machen sie die üblichen Scherze mit mir, das lenkt mich aber nicht wirklich ab. Immerhin kann ich für das Abschiedsfoto noch lächeln - schöne Welt ade…

Da ich absolut schwindelfrei bin, macht es mir nicht viel aus, mich auf dem dünnen Alu-Steg aufzuhalten, während man das Stahlseil an mir befestigt. Hier sein vielleicht kurz erwähnt, das es sich bei dem SkyJump nicht um einen Bungee Jump handelt. Eigentlich ist es “nur” eine extreme Form des Abseilens an einem (dünnen) Drahtseil. Man wird also ganz gemächlich mit 75 km/h in ca. 20 Sekunden von 192m Höhe herabgelassen und unten ganz sanft abgebremst. Zwei weitere Seile rechts und links nebem dem Springer verhindern, das er bei Wind gegen den Turm schlägt. Das einzig Schlimme ist nur der erste Schritt (wie so oft im Leben) und das “Baumeln” am Anfang. Damit die Besucher der Aussichtsplattform auch etwas von dem Sprung haben, hält jeder Jumper nochmal kurz drei Meter unterhalb des Absprungstegs an, dort wird ein zweites Foto geschossen.

Ich stehe also oben, vor meinen Fussspitzen der Abgrund, tief unter mir die kleinen Autos und winzigen Passanten. Meine Hände umfassen die Halteseile des Stegs rechts und links neben mir. Ein bisschen kann ich es immer noch nicht glauben, das ich wirklich hier oben stehe und so etwas Wahnsinniges mache, aber naja, jetzt helfen solche Gedanken auch nicht mehr viel, denn der Guide zählt schon rückwärts THREE, TWO, ONE, GO!!!

Das soll nicht cool oder abgebrüht klingen, aber so toll war die ganze Sache doch nicht, zumindest als ich einmal gesprungen war und nur noch herabgelassen wurde. Da muss ein richtiger Bungee Sprung schon etwas anderes sein.
Unten angekommen wurde ich gleich gefragt, ob ich nochmal springen möchte. Nein, nicht unbedingt, sagte ich. Schliesslich liess ich mich doch noch überreden und bekam sogar ein paar Insider Tipps. Ich solle mich rückwärts, mit dem Gesicht zum Turm und nur auf Zehenspitzen auf die Plattform stellen, der Guide würde mich halten und dann losslassen, wurde mir geraten. Bei dieser Aktion gibt es auch keinen Zwischenstop, der Fall ist also schneller. Und das war dann auch wirklich ein Erlebnis. Schon sich nach hinten rauszulehnen, nur gehalten von der Hand des Guides, war komisch. Am Anfang hatte ich das Gefühl ins Nichts zu fallen - mit einem langen Schrei habe ich meiner Aufregung Luft gemacht. Und dann bin ich - immer den Tower im Blick - in die Tiefe gerauscht…..

Wenn ihr es selber probieren wollt, hier könnt ihr sogar online buchen (aber nicht vergessen: unbedingt rückwärts springen!).

Jetzt habe ich also meinen Einstand gegeben, hier im Land der Kiwis. Und ich habe auch erst seit heute richtig das Gefühl angekommen zu sein…

Liebe Grüsse,
Euer Johannes

2 comments for “SkyJump - Ein Sprung aus 192m Höhe”

  1. Daniel

    Hm, ich habe auch überlegt das zu machen und denke mir eigentlich auch, dass es mit dem Stopp am Anfang irgendwie komisch ist. Rückwärts klingt da schon etwas interessanter. :-)
    Aber ich will eigentlich eh noch irgendwo anders ‘nen Bunge-Sprung machen…

    Ich nehme an, der zweite Sprung war umsonst!?! Kann man so oft springen, wie man will?

  2. Gerd

    Hi, fliege in zwei Wochen nach Auckland und suche zurzeit nach Aktivitäten die man dort machen kann. So bin ich auch auf den Skyjump gekommen. Vielen Dank für deine gute Beschreibung!!
    Aber eine Frage hab ich doch, was hast du für den zweiten Sprung gezahlt?

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