Auckland, die ersten 10 Tage

Auckland

21.04.2003: Neuseeland - Ticker

Vor gut einer Woche bin ich in Auckland gelandet und noch immer gefällt mir dieser Stadt sehr gut! Natürlich ist sie bislang auch das Erste und Einzige was ich von Neuseeland überhaupt gesehen habe.
Auckland muß sich auch nicht unbedingt anstrengen, um zu gefallen. Das viele Wasser und der Hafen vermitteln mir als Hamburger gleich so etwas wie ein Heimatgefühl. Hin und wieder sehe ich sogar Container der “Hamburg Süd” Reederei - ein kleiner Gruss aus der Hansestadt.




Auckland ist Neuseelands grösste und kosmopolitischste Stadt - und mit dem wichtigsten internationalen Flughafen des Landes gleichzeitig der Ort, an dem die meisten ausländischen Besucher eintreffen. Zudem sind 20% der Bevölkerung polynesischer Herkunft. Eine weitere Superlative ist die Einwohnerzahl von ca 1 Mio, gemessen an der flächenmässigen Ausdehnung der Stadt. Auckland ist eine der am dünnsten besiedelten Städte der Welt, in der Fläche doppelt so gross wie London (ca 7 Mio Einwohner).

Die Sonne scheint, weisse Wolken ziehen über die markante Skyline der Stadt und im Hafen reihen sich die Luxusjachten aneinander. Ich sitze in einem der zahllosen gastronomischen Betriebe des Viaduct Habor (den Americas Cup Begeisterten unter Euch sicher bestens bekannt) und der Chardonnay in meinem Glas leuchtet golden…
Aus der Sicht eines Touristen ist es hier wirklich spitze! Aber der Alltag der Kiwis sieht natürlich ein bisschen anders aus. Ich hatte glücklicherweise die Gelegenheit, einen Deutschen Steinmetz kennen zu lernen, der hier schon seit fast zwei Jahren lebt und arbeitet. Er erzählte mir, dass die Kiwis im Durchschnitt sehr wenig verdienen. Die meisten geben das Geld dann am liebsten für das Tuning ihre Autos aus. Ausgegangen wird auch recht wenig, man kann es sich einfach nicht leisten. An Urlaub ist für viele sowieso nicht zu denken. Das hört sich natürlich alles andere als traumhaft an. Man müsste sich also mit einer guten Geschäftsidee selbstständig machen oder mit einer guten deutschen Rente hier zur Ruhe setzen, dann könnte man hier wirklich gut leben.

Was mich immer wieder positiv überrascht, ist die Freundlichkeit der Leute. Oft ergibt sich ein kurzes Gespräch, man lächelt sich zu und nimmt sich überhaupt mehr wahr. Wenn man aus dem Bus aussteigt, ruft man dem Fahrer ein kurzes “thank you” nach vorne. Oft werde ich auch gefragt woher ich komme und was meine Pläne sind. In meinem Stamm-Frühstücks Cafe habe ich sogar schon Kaffee aufs Haus bekommen. Und immer die Frage: how is it going? Das diese Frage nicht wirklich persönlich gemeint ist, weiss ich natürlich. Doch durch dieses “Frage und Antwort Spiel” am Anfang eines Gesprächs kommt man einfach ein bisschen mehr in Kontakt, mehr als mit einem knappen “Hallo”.

Nach so viel Stadt zuckt es mir schon langsam in den Fingern, endlich hinaus in die Natur zu kommen und das “wahre Neuseeland” kennen zu lernen. Ein paar mal habe ich schon so eine Ahnung vom dem bekommen, was mich erwarten wird.
Vor ein paar Tagen war ich zum Beispiel auf der jüngsten Insel im Hauraki Golf (Golf vor Auckland), auf Rangitoto Island. Diese erloschene Vulkaninsel ist erst 600 Jahre alt und von dem 250m hohen Kraterrand hat man einen schönen Ausblick auf Auckland City, Waiheke Island, die Coromandel Peninsula und Great Barrier Island.
Auf die zuletzt genannte Insel werde ich am kommenden Mittwoch für fünf Tage fahren. Diese Insel ist nur knapp 100km vom Festland entfernt, soll aber sehr urig und einsam sein. Ich bin schon sehr gespannt was mich dort erwarten wird.

Bald gibt es wieder mehr von mir…
see ya
Euer Johannes

P.S.: Mittlerweile habe ich mir sogar angewöhnt, beim Wechsel der Strassenseite nach rechts zu schauen, habe aber immer noch Angst, doch von links überfahren zu werden. Zudem gibt es hier auch ein paar komische Verkehrsregeln, die mich bestimmt noch einige Nerven kosten werden…

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