Auckland, die Ankunft in Kiwi-Land
11.04.2003: Neuseeland - Ticker
Um 10:25 Uhr Ortszeit bin ich heute wohlbehalten in Auckland, der größten Stadt Neuseelands gelandet. Dass ich jetzt wirklich hier bin, am Ende der Welt, auf der südlichen Halbkugel, muss mir jedoch noch richtig bewußt werden! Sicherlich hängt das mit meiner unendlichen Müdigkeit zusammen, 48 Stunden unterwegs zu sein verändert die Wahrnehmung und das Bewusstsein…
Es folgt mein erste E-Mail, geschrieben an alle Freunde und Verwandte
Kia ora,
damit ihr heute alle beruhigt arbeiten könnt, hier die gute Nachricht: um 10:25 Uhr Ortszeit bin ich heute (Freitag, der 11. April 2003) wohlbehalten in Auckland gelandet. Das ich jetzt wirklich hier bin, muss mir aber noch richtig klar werden. Sicherlich hängt das auch mit meiner unendlichen Müdigkeit zusammen, nach 48 Stunden unterwegs-sein verändert sich auch ein bisschen das Bewusstsein…
Gerade sass ich im Cafe des 328m hohen Skytower, dem Wahrzeichen von Auckland und zugleich dem höchsten Gebäude auf der Südhalbkugel. Irgendwie witzig, das ich gestern noch auf der Skybridge (entspricht 44 Stockwerken) der Petronas Twin-Towers in Kuala Lumpur stand, den höchsten Türmen der Welt.
Mein Cafe befindet sich etwas unterhalb der Besucherplattform, in 182m Höhe (=55 Stock). Während ich das einmalige Panorama geniesse, fliegen an meinem Fenster immer wieder Menschen vorbei. Nein, keine Selbstmörder, sondern Skydiver, die an einem dünnen Drahtseil ganz schnell abgeseilt werden. Auch hier macht Neuseeland seinem Ruf, der welt-grösste Abenteuerspielplatz zu sein, alle Ehre.
Ich jedenfalls lasse mir die Sonne ganz gemütlich ins Gesicht scheinen und erfreue mich an dem Gedanken, jetzt einfach mal unendlich viel Zeit zu haben und immer das machen zu können, was mir gerade in den Sinn kommt.
Bevor ich heute morgen in Auckland gelandet bin, musste ich noch den letzten Flugabschnitt von Kuala Lumpur über mich ergehen lassen. Während ich auf dem Flug von Frankfurt noch mit einer fast leeren Maschine verwöhnt worden war, ist diesmal die Boeing 747 mit über 340 Menschen an Bord ausgebucht. Ein komisches Gefühl, mit so vielen Personen in einer kleinen Blechkiste eingesperrt zu sein und sich dabei bei einer Geschwindigkeit von fast 1.000 km/h in 12.000m Höhe über Australien zu befinden. Nicht wenige tragen während der gesamten 9,5 Stunden Flug wegen der SARS Seuche einen Mundschutz. Als ich mich am Abendessen verschlucke und heftig husten muss, dachte ich schon, man wird mich zum Wohl der Allgemeinheit über Bali aus dem Flugzeug werfen
Kurz nachdem der Riesen-Vogel schliesslich auf der Landebahn aufsetzt, sind auch schon die Anstrengungen der Reise wie verflogen und mein Herz macht Freudensprünge. Was für eine Landschaft! Satt grüne Wiesen, sanft geschwungene Hügel, teilweise mit Bäumen und Palmen bestanden und dahinter das leuchtend blaue Meer. Alles strotzt nur so vor Energie. Selbst das Wetter hat sich auf meinen Besuch vorbereitet - strahlend blauer Himmel, weisse Wölkchen, angenehme 22 Grad Celsius und dazu eine leichte Briese vom Meer (mit Salzgeschmack).
Aber auch die Zollbehörde scheint von meiner Ankunft gehört zu haben. Mit einem Lächeln fragt mich der Beamte auf deutsch “wie geht’s?” und in der Flughalle gibt es gratis Kaffee, Tee und ein “warm welcome to New Zealand”. Allen scheint die Arbeit Spass zu machen und scheinbar ist es eine Ehre, sich um mich kümmern zu dürfen. Das was ich bisher über Neuseeland gehört habe, scheint sich zu bestätigen. Selbst der Busfahrer, die Bankangestellte und der Strassenkehrer waren fröhlich. Ich frage mich, wie sich wohl ein Neuseeländer fühlt, wenn er zum ersten mal in Frankfurt landet und mit den deutschen Behörden in Kontakt kommt.
Das war also nun mein erster Tag und meine ersten kurzen Eindrücke. Sicher hat das schöne Wetter auch zu diesem positiven Start beigetragen, aber ganz tief in mir drinnen spüre ich schon jetzt, am richtigen Fleck zu sein. Nun muss ich für mich daraus nur noch etwas machen, aber das kommt auch noch…
Herzlichst,
Euer Johannes
