Bay Of Islands
28.06.2003: Neuseeland - Ticker
Mit ihrer prächtigen Küstenlandschaft, ihren verstreuten Inseln und klaren, blauen Gewässern zählt die Bay of Islands zu einer der grössten Touristenattraktionen Neuseelands.
Bootstouren aller Art, Wal- u. Delphinbeobachtungen stehen hier an erster Stelle der Aktivitäten, aber auch geschichtlich hat diese Gegend einiges zu bieten. Die Bay of Islands gilt als Wiege der europäischen Besiedlung Neuseelands, was sich auch in den zahlreichen Kirchen, Missionen und Obstplantagen der Bucht manifestiert.
Nach fünf Wochen des gemeinsamen Reisens, verabschiedete ich mich von Sayaka, meiner japanischen Reisebegleitung, in Paihia. Ihr Jahr in Neuseeland neigt sich dem Ende entgegen und in zwei Wochen fliegt sie von Christchurch aus wieder nach Japan zurück. Um gemeinsam mit ihr reisen zu können, hatte ich meine ursprüngliche Routenplanung geändert und so schon früher als geplant einen Eindruck des Südteils der Nordinsel bekommen.
In Rotorua haben wir uns kennengelernt, sind dann zunächst zum Tongariro Nationalpark gereist. Von dort ging es die Ostküste entlang: Napier, Masterton, Cape Palliser, bis schliesslich nach Wellington. In der Hauptstadt konnte ich sogar schon einen ersten Blick auf die nur wenige Kilomenter entfernte Südinsel werfen. Nach ein paar Tagen Aufenthalt tourten wir danach wieder gen Norden, über Wanganui, New Plymouth, Waitomo (natürlich mit einer weiteren Höhlentour), Auckland, Whangarei und schließlich Paihia in der Bay of Islands.
Zunächst einmal werde ich einen Gang zurück schalten, eine Pause einlegen, denn sonst wäre ich in zwei Monaten mit Neuseeland durch. Aber auch in anderer Hinsicht werde ich pausieren und eine Fastenzeit einlegen. Die letzten fünf Wochen waren kulinarisch sehr ausschweifend gewesen. 30 Flaschen Rotwein (ausnahmslos australischer Shiraz), 40 Flaschen Bier (Tui, Lion Red und auch mal Becks), 2kg Schokolade (nur von Whittaker) und jede Menge andere Lebensmittel hatten wir verzehrt. Hätte nicht gedacht, dass Japanerinnen so viel Essen und trinkel können :o)
Sayakas Koffer glich mehr einem Musterkoffer für japanische Lebensmittelvertreter, denn einer Reisetasche. Immer wieder förderte sie Überraschendes zu Tage, da gab es getrocknete Seetangblätter, Wasabi, Miso-Suppen-Fix, Soja Sauce, geräucherte Sepiaringe und vieles mehr. Besonders schön war der Abend, als sie uns Sushi servierte und während wir mit dem Wohnmobil an einem einsamen Strand an der Westküste parkten. Die tosende Brandung der Tasman Sea und der weithin sichtbare Leuchtturm vervollständigten diesen perfekten Abend.
Nun aber zur Bay of Islands, die mit ihrer prächtigen Küstenlandschaft, ihren verstreuten Inseln und klaren, blauen Gewässern zu einer der grössten Touristenattraktionen Neuseelands zählt.
Bootstouren aller Art, Wal- u. Delphinbeobachtungen stehen hier an erster Stelle der Aktivitäten, aber auch geschichtlich hat diese Gegend einiges bieten. Die Bay of Islands gilt als Wiege der europäischen Besiedlung Neuseelands, was sich in den zahlreichen Kirchen, Missionen und Obstplantagen der Bucht manifestiert.
Darüber hinaus hat die Gegend als Schauplatz für die Unterzeichnung des “Treaty of Waitangi” eine zentrale Bedeutung für die Maori. Der 1840 von dem Vereinigten Königreich und der United Tribes of New Zealand (und weiterer Maori Anführern) unterzeichnete Vertrag, stellt bis heute ein Schlüsselelement der Beziehung zwischen den Ureinwohnern und den europäischen Einwanderern in Neuseeland dar. Die darin garantierten Rechte der Maori wurden jedoch nur selten gewährt und der ständige Kampf um Anerkennung dauert bis heute an.
Nach so viel Geschichte, für neuseeländische Verhältnisse ist das wirklich eine ganze Menge, begab ich mich zum Hafen, um an einer Delphin Exkursion teilzunehmen. Ein Jetstream-Katamaran brachte mich und weitere sieben Teilnehmer hinaus in die Bay. Auf einem Boot, welches in der Hauptsaison für 70 Passagiere ausgelegt ist - gepriesen sei die Nebensaison!
Schon nach 30 Minuten waren die ersten Delphine gesichtet. Wir legten uns vorne am breiten Bug des Schiffes auf den Bauch und waren so mit unseren Gesichtern nur wenige Zentimeter von den Tieren entfernt. Diesen schien es Spass zu machen unter dem Schiff hindurchzutauchen und sich am Kiel den Rücken zu reiben.
20 Delphine konnte ich zählen, manche waren bis zu drei Meter lang, klärte uns der Guide auf, der fast alle Tiere mit Namen kannte. Da auch ein Jungtier mit dabei war, fiel das Schwimmen mit den Delphinen leider aus. Diesen faszinierenden Meeresbewohnern so nah sein zu dürfen, war aber schon Erlebnis genug. Ein paar Tage später konnte ich auch vom Deck einer Autofähre noch einmal Delphine beobachten, für 9$ sicher einer der preiswertesten Trips dieser Art.
Überraschungen ganz anderer Art bereitete mir der Bootstrip am nächsten Tag. Schon vor dem Check-in wurden wir darauf hingewiesen, dass die See möglicherweise ausserhalb der schützenden Bucht sehr rauh sein könnte und wir jetzt noch die Möglichkeiten hätten, von der Reise zurückzutreten. Natürlich tat ich das nicht und als sich die Teilnehmer rechts und links neben mir in ihre Tüten erbrachen, war ich froh, meinen Magen einigermassen unter Kontrolle zu haben.
Belohnung für die Strapazen war ein Blick durch das “Hole in the Rock”, einen natürlichen Tunnel in einer riesigen Felsklippe auf dem Meer. Normalerweise passieren die Schiffe den Tunnel, doch die Dünung war zu heftig und wir konnten nur rückwärts zur Hälfte hineinfahren. Der Wind, der das Meer aufwühlte wurde hier so stark gebündelt, dass er einem jedes Wort von den Lippen riss und man sich nur schreiend unterhalten konnte.
Den Zwischenstopp auf Urupukapuka, der grössten Insel in der Bay of Islands, nutzte ich dazu, das Schiff zu verlassen und Unterschlupf in der Jugendherberge zu finden. In der Hochsaison übernachten hier bis zu 70 Personen im Hostel, nochmal so viele in Zelten auf den Grünflächen der Anlage und in der grossen Bucht ankern dann bis zu 60 Boote, dich an dicht miteinander vertäut. Doch jetzt, mitten im Winter, war ich der einzige Gast und wurde quasi mit in die Familie der Wirtsleute aufgenommen.
Entspannen und nichts tun, ein bischen wandern und die phantastischen Ausblicke aufs Meer und die anderen Inseln geniessen, das waren meine Aktivitäten.
Mittlerweile habe ich schon zwei Wochen in der Bay of Islands verbracht und finde diesen Ort immer noch faszinierend. Besonders schön ist es, die kleinen Schotterpisten entlang der Buchten abzufahren. Immer wieder zeigt sich ein anderer Anblick der mir mittlerweile schon vertrauten Inseln. Wenn ich dann auch noch am Ende einer solchen Strasse überraschender Weise einen kleinen Campingplatz finde, ist mein Glück perfekt. Zur Zeit ist diese Gegend ruhig und friedvoll, doch die Vielfalt an Übernachtungsmöglichkeiten lässt erahnen, dass hier im Sommer jede Menge los sein muß! Hochsaison ist von Weihnachten bis Ende Januar, zur Schulferienzeit. Doch der Hochbetrieb beginnt schon meist Anfang Dezember und dauert bis Ende Februar, wenn all die internationalen Touristen eintreffen.
Wie dem auch sei, im neuseeländischen Winter ist hier jetzt genau der richtige Platz für mich, mit immerhin 16 Grad Celsius tagsüber. Nur leider geht die Sonne schon kurz nach 17 Uhr unter, doch dass wird sich ja auch bald wieder ändern, denn bei Euch in Europa werden die Tage jetzt schon kürzer…
