Auckland, fünf Backpacker im Test

Queen Street, Auckland

08.05.2003: Special

Liebe Backpacker Gemeinde,

während meiner Zeit in Auckland habe ich insgesamt fünf verschiedene Backpacker ausprobiert, davon auch die beiden YHA’s. In jedem habe ich mindestens zwei Nächte geschlafen und konnte mir so mein persönliches Bild der Räumlichkeiten machen.
Es gibt wirklich riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Hostels, das kann man wohl sagen. Aber am meisten kommt es wohl darauf an, welches Zimmer man erwischt. Dass kann darüber entscheinden, ob man ruhig oder gar nicht schläft. Schon alleine deshalb kann das Ranking ein und desselben Backpackers zwischen 1 und 6 liegen.

Preislich liegen sie alle auf der selben Länge. Für ein kleines Dorm (4-8 Betten) habe ich immer so um die NZ$ 22 bis NZ$ 24 gezahlt. In der YHA konnte ich auf meinen Jugendherbergsausweis zurückgreifen.
Ich habe nie selber gekocht, mir aber jedesmal die Kochgelegenheiten angesehen. Ob man jetzt im Backpacker soundso “Schnecken Elsässer Art” oder eine “Creme Brulee” hinbekommt, kann ich also nicht beurteilen. Da wird es wohl mehr noch auf Eure Improvisationskünste ankommen.

Alle von mir besuchten Hostels liegen im Zentrum von Auckland, in direkten Seitenstrassen der Queen Street. Sie bieten also den denkbar besten Ausgangspunkt die City zu erkunden. Mit dem einzigen schon erwähnten Nachteil: der Strassenverkehr ist meist sehr deutlich zu hören.




Wie bei einer Preisverleihung fange ich mit meinem letzten Platz an:

Note 4
Queen Street Backpacker
Fort Street 4

Es ist das Hostel mit der grössten Werbung am Flughafen, also habe ich es nach meiner Ankunft gleich gebucht. Es liegt sehr zentral am unteren Ende der Queen Street, nahe zum Hafen und wird direkt vom Airportbuss angesteuert.
QSB ist die richtige Unterkunft für Leute, die es gern ein bischen groovy haben wollen. Schon im Treppenhaus schlägt einem der Zigarettenrauch entgegen, dieser kommt vom Aufenthaltsraum (mit Billard-Tisch) und Rezeptionsbereich. Alles ist eher ein bischen dunkel hier und auf den alten, durchgesessenen Sofas tummeln sich die Leute aus aller Welt.
Dieses Hostel hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen, das sieht man nicht nur an den Zimmern, das spiegelt sich auch im Sanitärbereich wieder.

Note 3
Auckland Central Backpacker
Queen Street 229, Level 3

Mit 600 Betten das wohl grösste Hostel in Auckland, interessanterweise merkt man aber nicht, das hier so viele Leute abhängen.
Die Rezeption erreicht man via Lift im 3. Stock des Hochhauses, das Personal ist äusserst freundlich und zuvorkommend, man merkt gleich, das hier alles bestens organisiert und aufeinander abgestimmt ist. Es gibt einfach alles: riesige Küche, grosser Internetbereich, chill out Lounge, Reisebüro, Cafe, im Keller die Globe Bar, Fernsehräume und so weiter und so fort. Das hat ersteinmal einen grossen Eindruck auf mich gemacht, aber spätestens ab dem zweiten Tag tierisch genervt.

Hier steigen alle Kids ab, die Fun and Action haben wollen und darauf hat sich die ACB’s Maschinerie bestens vorbereitet. Der sogenannte “Travel-Talk” der jeden Abend stattfindet, entpuppt sich sehr schnell als Verkaufsveranstaltung namhafter Reiseveranstalter. Es gibt fast keinen Ort der nicht mit Werbung zugepflastert ist, überall liegen tonnenweise Flugblätter herum und selbst in der Globe Bar laufen Videos über Bungee Jumping und Raftig. Hier wohnt also die (meist) zahlungskräftige Zielgruppe der Werbetreibenden, jung, blond, …, immer gut aufgelegt. Aber alles eben auch sehr anonym! Trotzdem kann man sich wohlfühlen, da die Zimmer sauber sind und die Bäder neu und aufgeräumt wirken.

Ein ganz dickes Minus gibt es aber für die Zimmer ohne Fenster. Vielleicht ging es nur mir so, aber beim Einchecken wurde mir nicht gesagt, das mein 6 Bett Dorm kein Fenster hat. Durch diesen Umstand und dadurch das die Zwangsklimaanlage ein lautstarkes Gebläse hat, meint man unter dem Autodeck einer Fähre zu schlafen. Also immer ein Zimmer mit Fenster reservieren, dann kann man es aushalten.
Die Seitenstrasse vor dem Hostel eigenet sich auch bestens dafür ein Auto zu kaufen oder zu verkaufen.

Note 3-4
Albert Park Backpacker
Victoria Street East 27-31

Hier geht es auf alle Fälle viel familiärer zu, soweit man das überhaupt für ein Stadt-Hostel sagen kann. Es gibt zwar auch ein Travelcenter im Erdgeschoss, wirkt aber alles nicht so kommerzig, wie das ACB’s. Freundlicher Empfang, kuscheliges Wohn- und Fernsehzimmer und alles was man sonst noch so braucht.
Aber auch hier muss man das richtige Zimmer erwischen. Mein Tip für Euch, fragt nach der 48. Das ist eine kleines Dorm mit 6 Betten und liegt Richtung Innenhof. So ruhig wie dort habe ich noch in keinem Hostel geschlafen.
Leider war ich aber nicht ganz allein in meinem Bett. Nach fünf Nächten hatte ich an beiden Armen kleine rote Punkte. Das werden wohl “bed-bugs” gewesen sein, die kleinen und harmlosen Blutsauger. So lange man nur ein paar Stiche hat, ist das nicht weiter problematisch. Sollten mehrere dieser Biester unterwegs sein, könnte es passieren, das man bald einige ungebetene Gäste im Rucksack hat.

Note 2
Auckland City YHA
Ecke City Road und Liverpool Street

Am oberen Ende der Queen Street liegt dieses, 7-stöckige Hostel, mit einem herrlichen Blick auf die Stadt, vor allem vom sun-deck im 3. Stock.
Hier geht alles ausserst ruhig, sauber und freundlich von statten. Gerade auch die Küche und alle Aufenthaltsraume machen einen sehr guten Eindruck. Wer will kann sich sogar im YHA-Bistro ein kleines Frühstück kaufen.
Da dieses Hostel vor allem kleine Zimmer mit Doppelbetten oder zwei Einzelbetten hat, empfehle ich es für Paare und Leute die lieber ihre Ruhe habe wollen.

Note 1
Auckland International YHA
Turner Street 5

Dieses “Backpacker” hat eindeutig Hotel Charakter! Alle Räumlichkeiten sind sehr grosszügig angelegt. Die Aufenthaltsräume lassen einen so manchen Regentag sicher und fröhlich überstehen.
Witzig: ein Tisch ist für Puzzle reserviert, wo jeder im Vorbeigehen ein bischen mit-puzzelt. Bemerkenswert auch die riesige, strahlende Küche mit allen Gerätschaften, die jeden Hobbykoch glücklich machen.

Hier solltet Ihr unbedingt kleine Dorms mit 4 Betten buchen. Die Zimmer sind so gross, das manch anderes Hostel dort sicher bis zu 8 Traveller untergbracht hätte. Man bemerkt sofort, das hier auf die kleinen Details geachtet wird. Kleiderhaken an der Wand, Leselampen (!) am Bett und ausreichend Möglichkeiten sein Gepäck im Zimmer zu verteilen. Natürlich sind die Nassräume hier sehr sauber und gut ausgestattet. Es gibt sogar hair-dryer, nur den Schmickspiegel habe ich noch nicht gefunden.

Wenn alle Neuseeländischen YHA’s einen ähnlichen Standard bieten, wie die beiden hier in Auckland, dann ist eine YHA-Mitgliedschaft auf alle Fälle anzuraten. Für die, die es noch nicht wissen, die YHA Card kann man auf der ganzen Welt benutzen, auch in Deutschland.

Wenn Ihr andere Erfahrungen mit den Hostels in Auckland gemacht haben solltet und ich gerade über Euer Lieblings-Backpacker hergezogen bin, dann schreibt doch einen kurzen Kommentar, ich würde gern Eure Meinung hören. Bitte denkt auch daran, dieser Artikel ist von 2004, in der Zwischenzeit hat sich sicherlich einiges geändert!

bis denne,
Euer Johannes

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