Essaouira
In Afrika, im Norden der Berge, die, immerhin noch bis zu 900m hoch, als Ausläufer des mächtigen Atlasgebirges den Atlantik erreichen, liegt inmitten sanfter Hügel auf einer felsigen Halbinsel Essaouira.
Nördlich und südlich der Stadt dehnt sich weit der Strand, mit einer von Inseln geschützten Badebucht im Süden. Phönizier und Römer, Araber, Portugiesen und Franzosen haben hier an diesem natürlichen Hafen gesiedelt. Aber die Berber prägen bis heute das Land mit seinen kargen Höhen und den selbst im Sommer tiefgrünen, fruchtbaren Tälern, die den Markt in der Stadt mit ihren Früchten versorgen.
Muslime, Christen und Juden, Angehörige verschiedener Völker Afrikas leben hier am Ende der alten Karawanenstraße von Timbuktu und noch heute leuchten die Augen der Söhne der Wüste, wenn sie voll Sehnsucht an die unendliche Stille und Weite ihrer jüngsten Reise denken. Die Schätze des Landes, Teppiche, Schmuck, Töpfereien, Lampen, Gewürze und die Düfte des Orients schaffen sie herbei, zum Verkauf an die wenigen Fremden.
Lebendig ist der Markt in der Stadt aber durch die Bedürfnisse der Souiri und sie werden alle erfüllt. Umgeben von einer Mauer aus Lehm drängen sich die Häuser in den Gassen, ungewohnt übersichtlich für marokkanische Medinas als Schöpfung des französischen Architekten Cornu, eines Gefangenen des Sultans etwa zur Zeit der Französischen Revolution.

