Für nur drei Wochen ans andere Ende der Welt zu fliegen, um dort Urlaub zu machen, hört sich in Anbetracht der langen und anstrengenden An- und Abreise absurd an. Doch unter gewissen Umständen scheint es vielleicht sogar machbar zu sein. Als mein Bruder Joachim die Idee äusserte mich besuchen zu wollen, tat ich natürlich alles andere als ihm davon abzuraten. Statt dessen klügelte ich ein optimales Programm aus. Immerhin verfügte er zusätzlich zu den 21 Tagen auch über die Zeit der An- und Abreise, für manchen Arbeitnehmer ist das schon eine ganze Menge!
Die ersten Planungsversuche einer sinnvollen Rundtour durch Neuseeland machten schnell deutlich, das ich dafür eigentlich völlig ungeeignet war. Ich landete immer bei mindestens sechs Wochen, daran war wohl mein bisheriger Reisestil schuld. Nach dem Motto “weniger ist mehr”, strich ich schliesslich kurzerhand die Nordinsel aus dem Programm, wenn schon Neuseeland, dann da wo es am spektakulärsten ist: nämlich auf der Südinsel. Letztendlich kann man den Nord- und Südteil des Landes ebensowenig miteinander vergleichen, wie Schweden mit Norwegen, finde ich. Doch selbst wenn wir uns nur auf die Südinsel beschränken würden, war die Planung nicht leicht. Ich wollte eine ausgewogene Mischung zwischen Sightseeing- und Erholungsurlaub erreichen und meinem Bruder vor allem die von mir am meisten geliebten und “versteckten” Ecken des Landes zeigen – das würde Zeit kosten. Aus Ermangelung an Strassen stand der grosse Fahrplan jedoch ohnehin fest: von Christchurch gegen den Uhrzeigersinn einmal rund um die Südinsel nach Christchurch.
Letztlich verlebten wir eine wunderschöne gemeinsame Zeit, die uns trotz aller Planung immer noch viel Raum für spontane Ideen gab. Glücklicherweise spielte auch das Wetter erstklassig mit. Nie hatten wir das Gefühl, im kleinen Toyota Campervan eingesperrt zu sein.
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