Archive of Category 'Ecuador'

Isla Bartholomé

Freitag, den 11. August 1995
Bartolomé Island, Galapagos

Die Galapagos Inseln gehören zu Ecuador wie die Anden und der Äquator selbst. Ein Besuch in diesem außergewöhnlichen Naturparadies sollte man sich nicht entgehen lassen.
Legendär sind auch die Geschichten, die sich um den Nationalpark ranken und ich komme gar nicht umhin, schon vor meinem Eintreffen viele Erwartungen zu entwickeln. “Charles Darwin und seine Finken”, “Riesen-Schildkröten” und “eine phantastische Tierwelt” sind nur ein paar Begriffe, die bei dem Namen Galapagos mitschwingen und jedem sofort dazu einfallen.

Das große landschaftliche Highlight meiner Tour ist der Besuch der Isla Bartholomé, von deren erloschenem Vulkankrater man einen phantastischen Rundblick hat. Es ist auch zugleich der „klassische“ Blick auf die Inselwelt, so wie ich ihn schon oft zuvor gesehen hatte.

Wat Phra Kaew

Im Hintergrund deutlich zu erkennen ist die noch relativ junge Insel Santiago, mit ihren Lavafeldern und kleineren Vulkankegeln. Vergleicht man sie mit den anderen Inseln, kann man sich gut vorstellen, welchen Weg sie noch vor sich hat, bis auch dort einmal kleinere Pflanzen und Kakteen heimisch werden können.

Friedliches Strandleben

Freitag, den 11. August 1995
Beach life on Galapagos

Immer wieder aufs Neue fasziniert mich die viel beschriebene „Zutraulichkeit“ der Tiere. Ganz egal ob es Seelöwen, Greifvögel oder Leguane sind, sie kennen die Scheu vor dem Menschen (noch) nicht. Natürlich bleiben es Wildtiere und die Parkverwaltung achtet strengstens darauf, dass ein respektvoller Abstand zu ihnen gewahrt bleibt. Bei kapitalen Seelöwen Bullen, deren lautes Brunftgeschrei weithin hörbar ist, versteht sich die Zurückhaltung sowieso ganz von selbst.

Diese drei Freunde, die hier friedlich in der Sonne dösen, stören sich nicht an mir. Sie quittieren mein Vorbeischlendern nur mit einem müden Blinzeln. Da möchte man sich fast zu ihnen in den warmen Sand legen…


Muster der Natur

Freitag, den 11. August 1995
pattern
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie diese Pflanzen überleben, denn sie sind tatsächlich weiß und wurzeln auf schwarzem Lavagestein.


Alausi central station

Montag, den 31. Juli 1995
Alausi central station

Gegen 8 Uhr treffe ich am Bahnhof ein, wobei man die unmotiviert auf der Hauptstrasse verlegten Gleise kaum als solchen bezeichnen kann. Immerhin gibt es einen Fahrkartenschalter, vor dem sich schon eine lange Schlange gebildet hat. Auch andere Touris, die gestern noch gut versteckt in ihren Hotels saßen, stehen alle bereit, den Zug in Besitz zu nehmen. Die Neckermänner besetzen schon mal den „primero classa“ Wagen, der auf dem Abstellgleis steht, während die restlichen Rucksack-Touristen sich Plätze auf den noch zu erwartenden Güterwaggons sichern wollen. Schließlich ist dass das Besondere an einer Fahrt mit dem Andenexpress von Alausi nach Bucay.
Als dann endlich der Zug einfährt, geht das Gedränge und Gerenne erst richtig los. Noch ist nicht klar, welche Waggons an den Zug angekoppelt werden, doch nach einigem Hin und Her und Vor- und Zurückrangieren ist der Zug endlich startklar und setzt sich mit normaler, zweistündiger Verspätung in Bewegung. Jetzt beginnt die spektakuläre Talfahrt durch die Anden, in das mehr als 1.000 Meter tiefer gelegene, tropische Bucay.

Ich sitze auf einem Dach zusammen mit dem Chefbremser, der durch ausgefeilte Gestik und Pfiffe den Zug mit Hilfe des Lokführers und den anderen Bremsern unter Kontrolle hält. Wir schlängeln uns durch enge, in den Fels gehauene Passagen, zur einen Seite geht es hunderte Meter nach unten, zur anderen Seite erheben sich die majestätischen, schneebedeckten Gipfel der Anden. Jetzt heißt es plötzlich „schnell hinsetzen und Köpfe einziehen!“, wir durchqueren einen Tunnel. Ich bin dankbar darüber, dass mittlerweile auch die Andenbahn auf Dieselloks umgestiegen ist, so habe ich nicht auch noch mit dem Rauch zu kämpfen und kann die Tunnelfahrt sogar genießen.
Eine besondere Spezialität dieser Strecke ist die Gleisführung im Zickzackkurs. Diese wird auf einem extrem steilen Abschnitt nötig, um den Zug auf möglichst kleiner Fläche möglichst viele Höhenmeter überwinden zu lassen. Vom Dach aus beobachte ich das Spektakel, wie wir erst in die eine Richtung fahren, dann die Weiche gestellt wird und wir Rückwärts in die andere Richtung rollen und das ganze ein paar mal.

Die Andenbahn

Schließlich ändert sich die Landschaft stück für stück und die Anden treten langsam in den Hintergrund. Wo im Hochland noch Steinhäuser standen, gibt es jetzt fast nur noch Holzhütten. Die Luft ist schwül und stickig, es wird heiß. Je näher wir Bucay, unserer Endstation, kommen, desto ärmlicher wirken die Menschen, denen wir begegnen. Bananenplantagen säumen die Bahnstrecke und nach gut vier Stunden Fahrt verlasse ich meinen ungewöhnlichen Sitzplatz auf dem Zugdach und bin mir sicher, dass ich diese Bahnfahrt so schnell nicht vergessen werde.


YMCA Kindertagesstätte

Freitag, den 28. Juli 1995
YMCA Quito

Der YMCA Quito, oder besser gesagt ACJ (sprich: ahzehchotta) setzt sich in vielerlei Projekten für die Ärmsten der Armen in Quito ein. Was „arm sein“ bedeutet, wurde mir schon bei der Fahrt durch die einfacheren Stadtviertel, oder „Barrios“ wie sie hier genannte werden, bewußt. Schlichte Behausungen, bessere Wellblechhütten, Müll und Abfall prägen das Straßenbild.

Wir besuchen eine vom ACJ geleitete Kindertagesstätte, ein „Centro Infantil“. Wie zu erwarten, sind die „weißen Riesen,“ die Attraktion für die sonst so lebhaften Kleinen. Heute jedoch sitzen sie mucksmäuschenstill da und wir werden aus wunderhübschen, dunklen Augen begutachtet.

Mehr zur Arbeit des ACJ
die Website des Vereins (spanisch/englisch): acjecuador.org/quito
die Website des Partnervereins (deutsch): cvjm-erlangen.de


Castillo de Ingapirca

Mittwoch, den 26. Juli 1995
Castillo de Ingapirca
Until today it is still a fantastic mystery how the Inca managed to build such great brick constructions without using cement or mortar. And that these buildings are solid and stable since centuries.